Weihnachtsbrief 2023

Liebe Freundinnen und Freunde des BasisGesundheitsDienstes,

seit knapp 40 Jahren setzt sich unser Verein durch verschiedene Hilfsprojekte vor allem für die Ureinwohner in unserem Partnerbistum Jabalpur ein. Dabei wurden finanzielle Mittel von mehr als 6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Wir möchten diesen Brief zum Anlass nehmen, um Ihnen – den treuen Förderinnen und Förderern – zu verdeutlichen, warum unserer Meinung nach die Unterstützung für die Menschen in Indien auch weiterhin von so großer Bedeutung ist:

Indien, das bevölkerungsreichste Land der Welt, ist auf dem Weg, zu einer bedeutenden Weltmacht aufzusteigen. Mit einer wachsenden Wirtschaft, einer reichen kulturellen Geschichte und einer überwiegend jungen und arbeitsfähigen Bevölkerung hat Indien in den letzten Jahrzehnten beeindruckende Fortschritte erzielt. Durch die zunehmende internationale Präsenz, z.B. durch den G20-Gipfel oder die erfolgreiche Mondmission in diesem Jahr, gelingt es Indien, sich medienwirksam der Weltöffentlichkeit zu zeigen.

Trotz dieser Entwicklungsfortschritte steht das Land jedoch immer noch vor zahlreichen Herausforderungen: Armut, soziale Ungleichheit, Umweltprobleme und infrastrukturelle Engpässe sind nach wie vor unbewältigte Aufgaben.

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Indien im weltweiten Vergleich sehr stark ausgeprägt. Millionen von Inderinnen und Indern leiden immer noch unter extremer Armut.

Einige Faktoren, die diese Ungleichheiten verstärken, sind:

  • Einkommensungleichheit: Ein erheblicher Teil des Einkommens und des Vermögens ist in den Händen einer kleinen wohlhabenden Elite konzentriert, während die Mehrheit der Bevölkerung keine oder niedrige Einkommen und begrenzte Ressourcen hat.
  • Mangel an Bildung: Bildung ist ein entscheidender Faktor für sozialen Aufstieg und viele arme Menschen (besonders die Adivasi) haben begrenzten Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung.
Ärmliche Behausungen auf dem Land
  • Soziale und regionale Unterschiede: Die Ungleichheit variiert stark zwischen den verschiedenen Bundesstaaten und sozialen Gruppen. Die marginalisierten Gemeinschaften und die ländliche Bevölkerung der Mitte und des Nordens des Landes sind besonders von Armut betroffen.
  • Mangelnde soziale Absicherung: Ein Teil der Bevölkerung hat nach wie vor keinen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten, sauberem Wasser sowie Toiletten und lebt in spartanischen Verhältnissen. Dies führt zu einem Zyklus der Armut, da Krankheiten und schlechte Lebensbedingungen die wirtschaftliche Produktivität beeinträchtigen.

Die indische Regierung hat verschiedene Initiativen gestartet, um die Armut zu bekämpfen und die soziale Gerechtigkeit zu fördern. Trotz der Bemühungen bleibt die Ungleichheit jedoch eine erhebliche Herausforderung für Indien, denn die Hilfen kommen bislang kaum bei den Menschen an, die sie am meisten benötigen.

Alltägliche Eindrücke vom ländlichen Leben

Insgesamt bleibt somit die Unterstützung für Indien notwendig, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, die Armut zu bekämpfen, die Gesundheitsversorgung zu stärken, Bildungschancen zu erweitern und den Umweltschutz zu fördern. Für alle diese Themen setzt sich der BGD auch zukünftig ein – so lange, bis sich die indische Regierung selbst um ALLE ihre Bevölkerungsgruppen kümmert.

Auch weiterhin gilt: Ihre Spenden kommen direkt den benachteiligten indischen Ureinwohnern zugute – unmittelbar und unbürokratisch. Immer wieder geprüft und bestätigt durch das DZI – Spendengütesiegel.

BasisGesundheitsDienst: beständig, gewinnbringend, direkt

Zusammenarbeit des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Stadtlohn mit dem BGD

2022 und auch in diesem Jahr fanden nach zweijähriger Corona-Pause am Geschwister-Scholl-Gymnasium wieder die traditionellen Solidaritätsläufe der Jahrgangsstufe 8 statt.

Beim Spendenlauf zählt jeder Kilometer

Zwei Drittel des Erlöses kommen jedes Mal über den BGD den indischen Ureinwohnern im Bistum Jabalpur zugute. Im Jahr 2023 wurde ein Betrag in Höhe von 2.970,00 Euro für den BGD überwiesen. Mit der verbleibenden Spendensumme von einem Drittel wird jeweils auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler ein lokales Projekt unterstützt.

Seit 18 Jahren bereitet Ulrich Martin, Lehrer am GSG und Initiator der Beziehung mit dem BGD, zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Religionslehre diese Aktion mit den Achtklässlern im Unterricht vor.

Initiator Ulrich Martin

Ulrich Martin: „Die Projektpartnerschaft mit dem Basisgesundheitsdienst ist fester Bestandteil unseres Schulprogramms. Sie eröffnet den Schülerinnen und Schülern eine gute Möglichkeit, den Einsatz der katholischen Kirche für eine friedlichere und gerechtere Welt kennenzulernen und die kulturelle Vielfalt der weltkirchlichen Gemeinschaft zu erfahren.“

Mit den Solidaritätsläufen konnten seit 2005 insgesamt mehr als 65.000 Euro an den BGD überwiesen werden.

Dhanyavaad (Hindi), ein herzlicher Dank, an alle Beteiligten!!!

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Filmvorführung: „LION“ – der lange Weg nach Hause

Mitte November lud der BGD zu einer beeindruckenden Filmvorführung ein. Der Film „Lion“ erzählt die wahre Lebensreise von Saroo, einem kleinen Jungen aus Indien, der von seiner Familie getrennt wird und in Kalkutta auf der Straße landet. Saroo wird in Australien adoptiert und beginnt als Erwachsener eine leidenschaftliche Suche nach seiner leiblichen Familie. Der Film thematisiert nicht nur die Suche nach verlorenen Wurzeln, sondern betont auch die Herausforderungen, vor denen viele indische Kinder in ähnlichen Situationen stehen.

Der BGD finanzierte 2012 einen Zufluchtsort für die Straßenkinder am Bahnhof von Katni. Das Asha Kiran („Strahl der Hoffnung“) bietet 52 Kindern eine sichere, familiäre Umgebung, zweimal täglich eine warme Mahlzeit und medizinische Versorgung. Diesen jungen Menschen, die oftmals verwaist sind oder aus finanzieller Not von ihren Eltern verstoßen wurden, wird dort ein „home away from home“ ermöglicht.

Bischof Almeida (3.v.l.) und Father Davis (1.v.r.)
bei einer Feierlichkeit am St. Aloysius Institute of Technology
in Jabalpur

Und so bleiben am Ende Hoffnung, Frieden, Freude und Liebe als die grundlegenden Werte und Emotionen, die für alle Menschen weltweit von großer Bedeutung für das Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit sind. Sie können Menschen zusammenbringen, Trost spenden und dazu beitragen, eine positive und harmonische Gesellschaft zu schaffen – wir glauben daran!

Der BGD-Vorstand dankt Ihnen – auch im Namen vieler beschenkter Adivasi-Familien – für Ihre finanzielle Unterstützung, die uns dabei hilft, unsere wichtige Arbeit fortzusetzen. Wir freuen uns sehr darüber, dass Sie an uns und unsere Projekte glauben, uns vertrauen und bereit sind, sich auch weiterhin durch Ihre Spenden daran zu beteiligen.

Mit herzlichen Grüßen aus Münster

wünschen wir Ihnen und Ihren Angehörigen ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2024!

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Weihnachtsbrief 2021

Liebe Freunde und Förderer des BasisGesundheitsDienstes,

zwischen Hoffen und Bangen – so lässt sich die aktuelle Situation in unserem
Partnerbistum Jabalpur beschreiben.
Bis Anfang November haben sich über 34 Millionen Inder mit dem Corona-Virus infiziert. Mehr als 450.000 Menschen sind an oder mit dem Virus verstorben. Die Dunkelziffer ist weiterhin deutlich höher einzustufen. Das Land hat bisher zwei große Infektionswellen erlebt, mit jeweils sehr langen Lockdowns von Ende April bis Ende Juli 2020 sowie von Mitte März bis Ende Juni 2021.

Es besteht aber Grund zur Hoffnung, da die Impfkampagne auch in Indien langsam Fahrt aufnimmt. Die Impfquote wird mit rund 25% vollständig geimpfter Inder angegeben. In einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt (1,38 Milliarden Menschen) stellt die Erreichung einer „Herdenimmunität“ eine besondere Herausforderung dar. Bis wann der lebensrettende Impfstoff auch in den weit abgelegenen Dörfern der Adivasi ankommen wird, ist derzeit nicht absehbar. Umso wichtiger ist weiterhin die Umsetzung der zahlreichen Schutz-und Hygienemaßnahmen.

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Weihnachtsbrief 2020

Liebe Freunde und Förderer des BasisGesundheitsDienstes,


wir sind seit mehr als 35 Jahren in unserem Partnerbistum Jabalpur in Zentralindien tätig,
um die von Armut bedrohten Ureinwohner zu unterstützen. Gemeinsam mit vielen Helferinnen
und Helfern haben wir in der Vergangenheit schon einige Krisen durchlebt, aber die aktuelle
Situation ist neu und erfordert drastische Veränderungen im Leben von jedem von uns. Was wir
jetzt brauchen und was zählt, ist weltweite Solidarität! Hierfür setzt sich der BGD auch in diesen
unsicheren Zeiten ein: Die Partnerschaft lebt und wirkt gerade auch während dieser Pandemie.

„Please pray for us…“ (Bitte betet für uns)

…heißt es immer wieder in den Mails und Nachrichten, die wir aus Indien erhalten. Die Zahl der
positiv auf das Covid-19-Virus getesteten Personen lag Anfang November bei über 8 Millionen
Indern und mehr als 120 Tausend Todesfällen im Land
. Man vermutet, dass die Dunkelziffer noch
sehr viel höher ist. Zudem sind Millionen von Existenzen bedroht, da die Arbeitslosigkeit stetig
zunimmt. Viele Wanderarbeiter und -arbeiterinnen, Menschen, die sich kleinere Geschäfte
aufgebaut haben, wie Rikscha-Fahrer beispielsweise, haben ihre Arbeit durch den monatelangen
„Lockdown“ verloren. Sie haben keine Absicherung und leben von der Hand in den Mund.

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