Weihnachtsbrief 2025

Liebe Freundinnen und Freunde des BasisGesundheitsDienstes,
„Zu Gast bei Freunden“ – unter diesem Motto fand die 9-tägige Projektreise in das
Partnerbistum Jabalpur statt, die vier Frauen des BGD Ende Oktober erleben durften. Die
Begegnungen vor Ort waren erneut geprägt von herzlicher Gastfreundschaft und einem intensiven
Austausch, der die Bedeutung von Solidarität und Zusammenarbeit unterstrich.
Die Reisegruppe erlebte bewegende Momente, in denen sie die Dankbarkeit und Zuversicht der
Menschen spüren konnte, die von den BGD-Projekten profitieren. Diese bereichernden Erfahrungen
stärken auch immer wieder unsere Motivation, uns weiterhin für die Arbeit des BGDs einzusetzen.
Die Projektreise hat einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig persönliche Kontakte und die
direkte Zusammenarbeit sind, um langfristige sowie nachhaltige Veränderungen im Bistum Jabalpur
zu bewirken. Bischof Valan Arasu und sein Team sowie der BGD-Vorstand arbeiten gemeinsam an
Projekten, um benachteiligten Menschen im Partnerbistum Jabalpur zu helfen und ihnen Hoffnung
auf eine bessere Zukunft schenken.
Die Teilnehmerinnen kehren mit neuen Ideen und Inspirationen zurück, um die Arbeit des BGD
fortzuführen und die positiven Entwicklungen in den unterstützten Regionen weiter voranzutreiben.

Die BGD-Reisegruppe mit dem Generalvikar Father Dr. Davis George (2.v.l.), Bischof Dr. Valan Arasu (3.v.r.) und dem
Bischofssekretär Father George Thomas (2.v.r.)

Einweihnung des Jungenboarding in Junwani
Ein Highlight der Reise war die feierliche Segnung des neuen Jungenboardings in Junwani. Die Fertigstellung des Gebäudes verzögerte sich mehrfach, unter anderem aufgrund fehlender Handwerker. Umso erfreulicher ist es, dass das fertiggestellte Gebäude nun mit Leben gefüllt wird. Hier finden 150 Jungen ein neues Zuhause, in dem sie wohlbehütet aufwachsen und lernen können.

Das Boarding wurde gemäß den neuesten staatlichen Standards errichtet. Es bietet fest installierte Einzelbetten, passende Tische und ausreichend Platz zur Aufbewahrung persönlicher Gegenstände der Kinder.

Neu und geräumig: das Jungenboarding in Junwani

Baustelle des neuen Mädchenboarding in Goreghat

Bei der Besichtigung der Baustelle des neuen Mädchenhostels in Goreghat konnte sich die Reisegruppe ein Bild vom aktuellen Baufortschritt machen: Die Bodenplatte ist nahezu fertiggestellt, und die Drähte für die Betonpfeiler des Erdgeschosses sind bereits installiert.

Die Fertigstellung des Boardings ist für Herbst 2026 geplant. Diese Unterkunft wird Platz für 50 Mädchen bieten und ihnen ein sicheres Umfeld für Bildung und persönliche Entwicklung ermöglichen.

Es geht voran: Baustelle des Mädchenboardings in Goreghat

Der BGD prägt ganze Generationen

In Binjhia traf die Reisegruppe auf eine inspirierende Gruppe von Frauen, die alle durch die Einrichtungen der Diözese Jabalpur geprägt wurden. Diese Erfahrungen bildeten die Grundlagen ihrer Karrieren:

Gitta Pandram besuchte einst die Schule in Junwani und lebte mehrere Jahre in der Mädchenwohn-unterkunft. Heute ist sie Schulleiterin einer großen staatlichen Mittelschule am Rand von Mandla und liebt ihren Job sehr. Sanita Marawi stammt aus dem kleinen Dorf Kurela, wo sie die Mittelschule besuchte und ebenfalls im Boarding lebte, so wie zuvor auch ihre Mutter. Ihr Abitur absolvierte sie an der St. Norbert’s School in Jabalpur, bevor sie einen Master of Education erwarb. Nach vielen Jahren als Lehrerin ist sie nun Leiterin eines großen staatlichen Mädchenboardings in Mandla.
Diese Begegnungen verdeutlichen, wie wichtig die Unterstützung der Diözese Jabalpur und damit auch die Arbeit des BGD für die Bildung und Entwicklung junger Frauen in der Region ist.

Was ist das Fazit der Reise?

Die Reisegruppe kehrt mit zahlreichen neuen Eindrücken und wertvollen Erkenntnissen zurück. Vor allem aber mit der Gewissheit, dass unsere Reise die Partnerschaft zwischen Münster –der Pfarrgemeinde St. Mauritz, dem BGD – und der Diozöse Jabaplur aufs Neue bekräftigt hat. Wir sind äußerst dankbar für die herzliche Gastfreundschaft unserer Partner*innen und die vielen Gespräche auf Augenhöhe, die durch persönliche Begegnungen erst ermöglicht wurden.

Es wurde deutlich, wie sehr beide Seiten die lange gemeinsame Geschichte, die gewachsenen Beziehungen und die fortwährend bekräftigte Vertrautheit wertschätzen. Gemeinsam blicken wir auf zahlreiche Erfolge zurück – dies wurde während der Reise immer wieder spürbar und gibt uns Zuversicht für die Herausforderungen, die vor uns liegen.

Denn auch das hat der Besuch gezeigt: Indien befindet sich im Wandel! Die Infrastruktur verbessert sich, langsam auch in ländlichen Gebieten, und wir müssen fortlaufend unsere Prioritäten anpassen. Was bleibt sind die großen sozialen Unterschiede.

Dabei stellen sich uns wichtige Fragen: Wer bleibt bei diesen Veränderungen auf der Strecke, und wie können wir dazu beitragen, bestehende Ungleichheiten abzubauen? Das betrifft vor allem die Adivasi, also die Ureinwohner Indiens, die vorwiegend auf dem Land lebt, ebenso Menschen mit Behinderungen. Diesen Personen Chancen und Teilhabe zu ermöglichen, ist nach wie vor Kern der Partnerschaft zwischen Jabaplur und Münster.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit und auf die gemeinsamen Schritte in eine bessere Zukunft.

Tradition und Moderne liegen gerade auf dem Land oft sehr nah beisammen:

Digitale Ausstellung „40 Jahre BasisGesundheitsDienst e.V.“

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums haben wir eine digitale Ausstellung zusammengestellt und auf der Homepage des BGDs hochgeladen. Wenn sie den QR-Code abfotografieren, gelangen Sie direkt auf die Seite.

Die Ausstellung beinhaltet einen virtuellen Rundgang durch alle vier Jahrzehnte und dokumentiert die Geschichte unseres Vereins. Hierbei blicken wir sowohl auf die Veränderungen in unserem Partnerbistum Jabalpur (z.B. den Bau diverser Boardings und Wohnunterkünfte) als auch auf besondere Momente und Aktivitäten in Deutschland (z.B. Sponsorenläufe verschiedener Schulen, Veranstaltungen in der Pfarrgemeinde St. Margareta). Es lohnt sich, schauen sie gerne einmal vorbei.

Diese Projektreise hat einmal mehr gezeigt, dass die Spenden effizient und ohne Abzüge direkt den Menschen im Bistum Jabalpur zugutekommen. Die Arbeit des BGD ist geprägt von Nachhaltigkeit und Beständigkeit. Dies wird auch durch den vollzogenen Generationenwechsel deutlich: Sowohl auf indischer Seite als auch in Deutschland wird die langjährig gewachsene Arbeit von der „jüngeren“ Generation mit vollem Elan fortgeführt.

Dies ist keine Selbstverständlichkeit! Ihre Spenden tragen entscheidend dazu bei, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

Generationenwechsel: Alt-Bischof Gerald Almeida und sein Nachfolger Bischof Dr. Valan Arasu

Mit herzlichen Grüßen aus Münster wünschen wir Ihnen und Ihren Angehörigen ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2026!